Was ist TR?
Hintergrundgeschichte
7. August 2007, 8:21 Verfasst von Snapshot
Richard Garriott präsentiert …
Die Tabula Rasa-Hintergrundgeschichte
Wir dachten, wir wären allein. Wir glaubten an eine sichere Zukunft. Wir hatten keine Ahnung, dass wir in einen intergalaktischen Krieg geraten würden, der schon seit tausenden von Jahren tobt.
Alle großen Geschichten haben einen Anfang. Alle großen Entdeckungen sind einzigartig. Unsere Geschichte beginnt in einer fernen Vergangenheit mit den Eloh, einem uralten und hoch entwickelten außerirdischen Volk. Die Eloh widmeten ihre Zeit und Energie der Introspektion und friedlichen Erweiterung ihres Wissens. Nach jahrtausendelanger Forschung fanden sie schließlich den Schlüssel zu einer mächtigen Wissenschaft, die alle bekannten physikalischen Theorien vereinte. Mithilfe dieses Wissens entwickelten sie Logos und erlangten so die mystische Fähigkeit, Materie, Energie und Kraft auf einzigartige Weise zu manipulieren.
Bei der Entwicklung von „Tabula Rasa“ hatte ich mir vorgenommen, von unseren gewohnten mittelalterlichen Fantasywelten zu einem wissenschaftlich basierten Science-Fiction-Universum zu wechseln. Wir waren der Ansicht, dass wir mit den Eloh ein faszinierendes außerirdisches Volk geschaffen hatten. Was uns noch fehlte, war eine Art wissenschaftlicher Durchbruch, der als Meilenstein unserer Story fungieren sollte. Die Entdeckung der Logos-Kräfte war genau diese wissenschaftliche Offenbarung, die zum Dreh- und Angelpunkt sowohl der Geschichte als auch des Gameplays von Tabula Rasa wurde. Als die Eloh damit begannen, ihr Wissen über Logos für Reisen durch das Universum zu nutzen, schufen sie die Grundlage für eine intergalaktische Kultur, indem sie ihr Wissen mit anderen Völkern teilten, die sie auf ihrer Reise entdeckten – sofern diese fortschrittlich genug waren, es zu verstehen.
Auf vielen Planeten standen die Völker, denen die Eloh begegneten, erst am Anfang ihrer Entwicklung und waren somit zu rückständig, das Wissen der Eloh zu nutzen. Eines dieser Völker lebte auf einem Planeten namens Erde. Da die Eloh aber ein durchaus altruistisches Volk sind, planten sie, eines Tages zu diesen primitiven Welten zurückzukehren. Aus diesem Grund hinterließen sie diesen Völkern verborgene Artefakte, Keime des Wissens, darunter auch die Logos-Sprache. So würden diese Kulturen eines Tages in der Lage sein, Beziehungen mit den Eloh aufzubauen.
Andere Völker, die bereits fortschrittlich genug waren, um mit den Eloh Kontakt aufzunehmen, nahmen die Gabe ihres Wissens an und ihre Zivilisationen profitierten enorm vom Austausch mit den Eloh. Es gab allerdings auch Welten, auf denen die Eloh nicht als Wohltäter willkommen geheißen wurden. Einem solchen Volk waren die Eloh noch nie zuvor begegnet – bis sie eines Tages auf den Planeten Thraxis stießen.
Bei der Entwicklung eines fesselnden Feindes ist es mir sehr wichtig, dass er plausibel und glaubwürdig agiert, und nicht nur aus reiner Boshaftigkeit schlechte Dinge tut. Seit Ultima versuche ich, die Gegner in meinen Spielen logisch agieren zu lassen. Ich versuche aufzuzeigen, dass hinter ihrem niederträchtigen Tun oftmals eine Idee steht, für die sie kämpfen.
Wir haben die Thrax als kriegerisches, xenophobes Volk skizziert, das beim Kontakt mit den Eloh eine logische Reaktion aus Angst, Zorn, Neid und Misstrauen zeigt. Aber auch die Thrax waren technologisch hoch entwickelt und äußerst intelligent. Sie sahen in der Begegnung mit den Eloh ihre Chance und versuchten, so viel wie möglich von ihnen zu lernen, um ihre Gaben eines Tages zu ihrem Vorteil zu nutzen. Am Ende wandten sich die Thrax gegen die Eloh, griffen sie unerwartet an und versetzten ihrer Kultur einen verheerenden Schlag. Da das Logos-Wissen der Eloh dem der Thrax noch immer hoch überlegen war, konnten die Eloh ihre Feinde zurückschlagen und die Thrax besiegen. Allerdings hinterließ dieser Krieg eine tiefe Wunde im Weltverständnis der Eloh, die schließlich zu ihrem Niedergang führen sollte.
Auf der einen Seite gab es viele Eloh, die der Meinung waren, dass man in Zukunft zwar vorsichtiger vorgehen müsse, die Begegnung mit den Thrax aber eine Ausnahme darstellte und sich die Eloh weiterhin bemühen sollten, ihr Wissen mit anderen Völkern zu teilen, zum beiderseitigen Nutzen. Eine andere Fraktion der Eloh, die sich später als Neph bezeichnete, war davon überzeugt, dass der Preis für das Teilen des Wissens, das sie über Tausende von Jahren erworben hatten, viel zu groß sei. Ihrer Meinung nach waren die weniger entwickelten Völker es nicht wert, dieses Wissen zu erhalten. Sie traten dafür ein, dass solche Völker besser unter der „Führung“ der Eloh leben und ihre Überlegenheit niemals in Frage stellen sollten. Ich möchte diese zwei verschiedenen Philosophien mit zwei modernen Glaubenssystemen vergleichen, um die Unterschiede zu verdeutlichen. Die Eloh stehen für eine friedliche Koexistenz und eine Gemeinschaft, die alles zum Wohle aller Völker teilt. Die Neph dagegen wollten die Entwicklung der „minderen“ Völker zu ihrem eigenen Nutzen kontrollieren und gleichzeitig ihre eigene Überlegenheit gewähren.
Mit der zunehmenden Spaltung ihrer Gesellschaft schlossen sich die Neph den verbleibenden Thrax an. Aufgrund ihres gemeinsamen taktischen Wissens und der überlegenen Waffensysteme der Thrax waren sie in der Lage, die Heimatwelt der Eloh zu vernichten und alle Eloh auszulöschen, die ihnen Widerstand leisteten. Die wenigen überlebenden Eloh flohen in die Randgebiete des Universums, wo sie auf den vielen Welten, die sie früher besucht hatten, eine anonyme Zuflucht fanden. In Abwesenheit der Eloh begannen die Neph, ihre aggressiven Pläne für die Zukunft des Universums in die Tat umzusetzen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die Neph sich selbst bis heute nicht als boshaft einschätzen. Sie glauben an die Richtigkeit ihres Vorgehens und gewannen mit jedem eroberten Planeten immer mehr an brutaler Effizienz.
Hunderte Jahre später begann sich die Zivilisation eines kleinen blauen Planeten, den die Eloh Tausende Jahre zuvor besucht hatten, rapide zu entwickeln. Die Einwohner dieses Planeten entdeckten die Nutzung von Funkwellen, bauten große Städte, experimentierten mit Radioaktivität und schickten Raumschiffe ins Weltall. Auf diese Weise zogen die Erdbewohner schließlich die Aufmerksamkeit der Bane auf sich. An dieser Stelle sei erklärt, dass wir unter dem Begriff „Bane“ alle Streitkräfte der Neph-Armee verstehen. Dazu zählen neben den Thrax auch viele andere Völker sowie genmanipulierte Kreaturen, die für die Neph kämpfen. Sobald die Bane von der Erde erfahren hatten, starteten sie eine Invasion des Planeten, um sich dessen natürlicher und biologischer Ressourcen zu bemächtigen – genau so, wie sie es bereits auf unzähligen anderen Welten getan hatten. Sie gingen schnell und effizient vor: In nur 5 Tagen war die gesamte Erde überrannt und die Menschen wurden in einen galaktischen Krieg verwickelt, der bereits seit Jahrhunderten tobte.
Die Eloh hatten die Völker, die sie früher einmal besucht hatten, jedoch nicht vergessen. Sie hatten ausreichend Wissen und Technologie hinterlassen, um einer ausgewählten Gruppe von Menschen mit der Fähigkeit die Logos-Kräfte zu lernen und zu nutzen, das Entkommen zu ermöglichen. Diese Flüchtlinge flüchteten in eine Handvoll fremder Welten. Dort wurden sie dann für den Kampf gegen die Bane ausgebildet. Auf diesen Welten fanden die Menschen Verbündete – andere außerirdische Lebensformen, die genau wie sie selbst um das Überleben gegen die skrupellosen Bane kämpften. Und so wurde die AFS, die Armee der Allied Free Sentients, ins Leben gerufen. Dies ist die Geschichte von Tabula Rasa. Was als Nächstes geschieht, liegt nun an Ihnen. Die Zukunft ist ein offenes Buch. Und Sie schreiben ihre Geschichte.







